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Lebensmittel: Marke „Rettenswert“ im Test

Ein großer Klimakiller ist Lebensmittelverschwendung. Einige Unternehmen reagieren endlich. Der Diskonter Hofer zum Beispiel mit der Marke „Rettenswert“. Ob die Produkte schmecken und was darin ist, liest du hier.

In den Suppen, Chutneys und Konfitüren von „Rettenswert“ sind Lebensmittel verarbeitet, die sonst als Überschuss oder Ausschussware im Müll gelandet wären. Wie die Suppen und das Apfelmus schmecken, was drin ist und ob du sie mit gutem Gewissen kaufen kannst, habe ich getestet und recherchiert.

Wer steckt hinter „Rettenswert“?

Die Marke „Rettenswert“ ist eine Eigenmarke des Diskonthändlers „Hofer“ (der österreichische Ableger von Aldi). In Kooperation mit dem österreichischen Unternehmen „Unverschwendet“ werden dafür Lebensmittel verarbeitet, die wegen ihrer Form oder als Überschuss im Müll gelandet wären.

„Unverschwendet“ gibt es seit 2016. Die Gründer und Geschwister Cornelia und Andreas Diesenreiter leiten das Unternehmen vom Standort in Wien.

Woher kommen die Lebensmittel?

Nach den Angaben von Unverschwendet werden die Lebensmittel mit Hilfe intelligenter Logistik direkt vom Feld, den landwirtschaftlichen Betrieben, den Sortieranlagen, aus dem Lager und den verarbeitenden Betrieben gerettet.

Welche „rettenswerte“ Produkte gibt es?

Die Produktpalette ist vielseitig. Sie umfasst verschiedene Suppen (z.B. Kürbis, Karotte, Süßkartoffel) und Chutneys, Apfelmus, Fruchtaufstriche, Pesto und Ketchup. Das Sortiment spiegelt das saisonale Angebot und die Verfügbarkeit von überschüssigem Obst und Gemüse wider. Künftig sollen auch tierische Produkte gerettet werden.

Welche Inhaltstoffe und Zutaten sind drin?

Neben dem geretteten Obst und Gemüse sind auch konventionelle Zutaten, wie Tomatenmark und Gewürze enthalten.

smiley grün Positiv aufgefallen ist mir, dass nur wenige, bzw. keine E-Nummern in den Zutatenlisten auftauchen. Diese stehen für Aroma- und Farbstoffe oder künstliche Geschmacksverstärker. Die Zutatenlisten von „Rettenswert“ sind grundsätzlich vergleichsweise kurz (meistens ein gutes Zeichen) und verständlich.

Smiley rot Schwachpunkt: Die Produkte sind nicht biologisch. Wer die „Rettenswert“ Lebensmittel essen will, muss also ‚in den sauren konventionell angebauten Apfel beißen‘.

Und der Geschmack?

Bis jetzt habe ich nur die Kürbis- und Süßkartoffelsuppe und das Apfelmus probiert. Alle drei getesteten Speisen schmecken mir persönlich wirklich gut.

Die Suppen schmecken vor allem im Vergleich zu den altbekannten Dosensuppen frischer und hochwertiger. Meiner Meinung nach kommt das Tomatenmark in der Süßkartoffelsuppe etwas zu stark hervor. Insgesamt finde ich die Suppen in der Kategorie Fertigprodukt empfehlenswert.

Im Apfelmus sind außer Äpfel nur Zitronen- und Ascorbinsäure enthalten. Abgesehen von der Fructose der Früchte ist kein Zucker drin. So schmeckt der Apfelmus genauso, wie er schmecken soll: frisch und fruchtig.

Fazit: gute Alternative mit Schwachstellen

Insgesamt kann ich die Produkte von Rettenswert als Ersatz für herkömmliche Fertiggerichte aus konventionellen Lebensmitteln empfehlen. Mit selbst gekochten Speisen aus geretteten biologischen Zutaten kommen zumindest die beiden getesteten Suppen meiner Meinung nach geschmacklich nicht ganz mit.

Die Marke scheint glaubwürdig und seriös. Bei der Entscheidung, welche Überschüsse im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit rettenswert sind, steht das Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien beratend zur Seite.

Wir müssen aber im Auge behalten, dass solche Marken und Initiativen nicht erstrecht zur Überproduktion anregen oder sie attraktiver machen. Jedes nicht unnötig angebaute Lebensmittel spart immernoch die meisten Ressourcen. Schön wären außerdem mehr gerettete Bioprodukte.

Tipp: Über die größten Klimakiller in der Küche und wie du sie reduzierst, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

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